Manufakt 8804 Wädenswil
22. Februar 2022

Der Mieter

 
 

So kommt es heraus, wenn sich drei ETH-Doktoranden zusammentun, um die Welt der Elektronik ein wenig aufzurütteln und neu zu erfinden: höchst erfolgreich. Am Anfang stand die Idee, ein hochreines Pumpsystem zu entwickeln und erfolgreich auf den Markt zu bringen. Das Konzept bestand darin, den lagerlosen, nur von magnetischen Kräften positionierten Scheibenmotor zu erfinden. Gedacht. Geforscht. Gemacht. Levitronix entwickelt nun seit rund 20 Jahren modernste Pumpsysteme und verfügt mittlerweile über Firmensitze in den USA, Japan, Taiwan, Südkorea und Zürich, ihrem Hauptsitz. Wir haben Thomas Gempp, einen von drei Geschäftsführern von Levitronix, im Technochpark zu einem kurzen Gespräch getroffen, um zu sehen, was bei Levitronix aktuell in der Pipeline ist. Dies mit Schwerpunkt auf den geplanten Umzug vom Technopark ins Industrie- und Gewerbegebäude Manufakt 8048, das in unmittelbarer Nähe des «Vulcano» liegt, der generösen architektonischen Geste des französischen Stararchitekten Dominique Perrault.

 
 
Frank Joss: Wieso werden Sie im Frühsommer 2022 aus dem Technopark ausziehen, um Ihr Unternehmen im Manufakt 8048 anzusiedeln?

Thomas Gempp: Schlicht und ergreifend weil wir zu gross geworden sind. Die Belegschaft platzt aus allen Nähten. Das ist das eine. Das andere: Im Technopark gibt es Auflagen. Eine davon ist, ausziehen zu müssen, wenn man den Schuhen eines Start-up-Unternehmens entwachsen ist.

 
Manufakt 8048 spielt mit dem Gedanken, in den geschaffenen Shared Spaces Firmen zusammenzubringen, die gegenseitig voneinander profitieren können. Es geht um Business-to-Business. Aber wie kann ein Ankermieter wie Levitronix von dieser Idee profitieren?

Schwierig. Ja, mit der Miete einer Fläche von 7500m2, verteilt auf 3 Etagen, sind wir Ankermieter. Nun, in der Regel will man ja gerade vom Grössten profitieren. Der Grösste sind wir. Doch wenn hier Firmen einziehen, die sich auf dem gleichen Tätigkeitsfeld bewegen, wie wir das tun, kann das sicher willkommene Synergien ergeben. Doch wir werden uns in erster Linie auf unser Business konzentrieren.

 
Wieso haben Sie sich fürs Manufakt 8048 entschieden?

Ganz klar hängt das mit dem Standort zusammen. Wir wachsen kontinuierlich und müssen uns verändern. Die Frage, wohin es gehen soll, muss sorgsam abgewägt werden und abgestimmt sein auf die Wohnsituation der Belegschaft. Plakativ formuliert: Es macht wenig Sinn, unseren neuen Standort nach Netstal oder Frutigen zu verlegen, wenn wir seit nun mehr als 20 Jahren eine Adresse in Zürich West haben. Schliesslich haben sich auch die meisten Mitarbeiter darauf ausgerichtet und sich Wohnorte ausgesucht, welche die Anfahrt zur Arbeit nicht mit lustfeindlichen Staus überstrapazieren.

 
Die Lage des Manufakt 8048 ist für einen Umzug von Levitronix fast schon ideal: praktisch nur ein Steinwurf vom Technopark entfernt.

Ja, da ist ein kleiner Traum schöne Wirklichkeit geworden. Ich dachte vor dem Auftauchen des Manufakt 8048 eher an die westliche Peripherie von Zürich, an Schlieren, Urdorf, Dietikon oder ans Limmattal. Allerdings wäre eine Shedhalle auf einer brachliegenden Wiese in Zürich West das Non-plus-ultra.

 
 
 
Frank Joss über Thomas Gempp

«Wenn Thomas Gempp für mich eine Musik wäre, dann ‹Ode an die Freude›. Denn während des ganzen Gesprächs habe ich das gespürt, was es braucht, erfinderisch zu bleiben: ein hohes Mass an Leidenschaft.»

 
Wo liegen vis-à-vis des Manufakts 8048 Ihre grössten Erwartungen?

Gehen wir mal ganz pragmatisch davon aus, was wir alles brauchen, um gut funktionieren zu können: Eine gut zugängliche Anlieferung- und Abholzone für grosse Lastwagen und Sattelschlepper. Ein absolutes Muss ist auch eine verkehrstechnisch optimale Lage. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr soll mit dem grösstmöglichen Komfort verbunden sein. Das zu den äussern Werten. Im Innern sollen die Räume wenn immer möglich fünf bis zehn Meter hoch sein. Im Manufakt 8048 sind es viereinhalb Meter, was noch passt. Dann benötigen wir viel zusammenhängende Flächen. Mit dem Atrium ist das nicht ganz erfüllbar, weil es ja vom architektonischen Konzept als Eingang zum Gebäude fungiert. In den oberen Etagen werden unsere Auflagen, so wie diese auf den Plänen sichtbar werden, gut erfüllt.

 
Was meinen Sie zur Namensgebung Manufakt 8048?

Dazu habe ich eine lustige Geschichte zu bieten. Meine Arbeitskollegen aus Amerika wollten wissen, was 8048 bedeutet. Sie meinten, es sei eine Hausnummer. Aber unter dem Gesichtspunkt, dass es auch in Wädenswil und später an anderen Orten ein Manufakt geben wird, ist das Hinzufügen der Postleitzahl eine Möglichkeit. Allerdings wäre ein Name, der noch ein wenig prägnanter auf das innere Wesen des Gebäudes hinweist, auch gangbar. Ich denke da beispielsweise an den «Technopark». Wir werden uns im Manufakt wohlfühlen. Denn das kleine Glück hängt ja nicht allein vom Namen ab.

 
Von was dann?

Dass wir nicht müde werden, immer wieder bahnbrechende Projekte zu erfinden und zu entwickeln, die uns weiterbringen. Wir klopfen ja schon ein wenig an der Tür zur Champions League.

 

Erfahren Sie mehr über das Projekt Manufakt in Wädenswil unter www.manufakt8804.ch.

 
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